UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

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UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Udo » Mi 6. Jul 2011, 09:46

Die Vereinten Nationen (UN) die unter anderem auch den Schutz der Menschenrechte als Aufgabe hat,
kritisieren ungewöhnlich scharf, die deutsche Sozialpolitik!

Unter vielem Anderem wurde gerügt:

    - die Grundsicherung von Hartz-IV-Empfängern gewähre „keinen angemessenen Lebensstandard“
    - es fehle an einem umfassenden Armutsbekämpfungsprogramm
    - 13 Prozent der deutschen Bevölkerung muss unter der Armutsgrenze leben
    - Bewohner in Pflegeheimen müssen in menschenunwürdigen Bedingungen leben

Bemerkenswert ist, dass diese massive Kritik von einer unabhängigen Organisation und nicht von einem Sozialverband kommt.

Natürlich weisen unsere Politker die Kritik zurück.

Wie seht ihr das? Ist die Kritik berechtigt?
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Schrauber » Do 7. Jul 2011, 06:19

Das ist einfach ein -im wahrsten Sinne des Wortes- Armutszeugnis für eines der reichsten Länder der Erde!

Die Kluft zwischen "Arm" und "Reich" wird immer grösser in unserem Land. Die Einen Leben im Luxus und das muss an den Anderen eingespart werden.
Die Schere geht immer weiter auseinander. Lange geht das nicht mehr gut....
Der Schrauber

"Erst wenn deine Kupplung abgeraucht ist,
dein Motor geplatzt ist,
deine Bremse auf Eisen ist,
wirst du wissen, was ein einziger Schrauber wirklich wert ist!"
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Breva » Do 7. Jul 2011, 19:37

ES ist eine grosse Sauerei die hier in dem Land abgezogen wird!

Da werden die kümmerlichen Hartz 4 Regelsätze um sagenhafte 5 Euro erhöht!
Und selbst dabei, haben sie die Ärmsten der Armen noch beschissen!


Denn dafür entfällt die jährliche Anpassung an das Preis- und Lohn Entwicklungsniveau!
Das heisst, unter dem Strich am Ende des Jahres, haben sie weniger als vorher!

Was meinen die Politiker denn, warum es immer mehr Suppenküchen -Tafeln in den Städten gibt? Warum es immer mehr Läden mit Möbeln und Kleidung für die Armen gibt? Weil die Hartz 4 Empfänger in Saus und Braus leben???

Neee Leute, man kann gar nicht soviel kotzen wie man muss, wenn man diese Scheisse sieht, die diese Politiker hier verzapfen!

PS. Tut mir Leid wenn ich lauter geworden bin, aber das Thema regt mich einfach auf, weil es so verdammt ungerecht ist, was den Menschen hier angetan wird.
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Lieber frei und Rocker sein, als ein dummes Spießerschwein!
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Ben » Do 7. Jul 2011, 20:56

Breva hat geschrieben:Tut mir Leid wenn ich lauter geworden bin,


Kein Problem, wir sollten bei dem Thema alle lauter werden!

Gerade haben sie in den Nachrichten gesagt, dass sich unsere Politiker schnell noch die Bezüge um 300 Euro erhöht haben!
Jetzt gibt es 7960 Euro! Zu ihren Bezügen gibts noch eine steuerfreie Kostenpauschale von fast 4000 Euro - unabhängig von der Höhe ihrer tatsächlichen Aufwendungen! Ach ja, die Entschädigungen, Pauschalen, und Vergünstigungen gibts ja auch noch obendrauf!

Die Finacial Times schreibt: " Weil sie die erbosten Reaktionen der Wähler fürchten, segnen die Parlamentarier die Erhöhung ihrer Bezüge nach zwei Nullrunden im Schnellverfahren ab."
:bad:
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Extrabreit » Fr 8. Jul 2011, 19:19

Ben hat geschrieben:Tut mir Leid wenn ich lauter geworden bin,


Kein Problem, wir sollten bei dem Thema alle lauter werden![/quote]

Wozu lauter werden? Die Niedriglöhne sind das Problem, nicht die Grundsicherung über H4! Es ist eine GRUNDSICHERUNG! Wer mehr will, der sollte arbeiten und nicht lamentieren!

Mir sind Erwerbstätige bekannt, die gut qualifiziert mit rund 1700€ brutto auskommen dürfen und Unterhaltsleistungen erfüllen dürfen. Da steht man sich mit H4 und Schwarzarbeit sehr schnell besser!

Oder die lieben Verkäuferinnen bei "Kik" und Konsorten. Da sollten H4ler mal ganz schnell ganz ruhig sein!

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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Pelle » Sa 9. Jul 2011, 08:32

Extrabreit hat geschrieben:Die Niedriglöhne sind das Problem,

Genau damit -und nur damit- hast Du recht!

Die Löhne und Gehälter für Gelernte und Arbeiter sind in den Keller gegangen. (-nicht zuletzt auch durch die Leiharbeits Gesetze, die uns damals Schröder mit seiner SPD eingebrockt hat.)

Um mal ein Beispiel zu nennen:
Wie kann es sein, dass eine gelernte Friseuse, 48 Stunden die Woche inkl. Samstags arbeitet und so wenig verdient, dass sie sich beim Jobcenter (früher Sozialamt) am Ende des Monats noch 200 Euro zum Leben abholen muss?
Und das nicht bei einem in Not geratenen einzelnen Friseurmeister, sondern bei einer Friseurkette mit 8 Filialen! Dort verdient jede Friseurin so wenig.
Hier wird die Gewinnmaximierung der Friseurkette, mit Ausbeutung der Friseuse und auf Kosten des Steuerzahlers betrieben!
Der Steuerzahler bezahlt also im Prinzip 200 Euro vom Lohn der Friseurin!
Und dies ist in anderen Branchen -Verkäuferinnen usw. auch mittlerweile üblich.

Das nennt man"Aufstocker"!
In manchen Bundesländern sind 32,6 % der Leistungsempfänger Aufstocker, also Menschen die Arbeiten gehen und so wenig verdienen, dass es zum Leben nicht reicht!

Und das ist genau der Grund dafür, dass die Grundsicherung so gering ist, denn es würde um so mehr Aufstocker geben.

Deshalb MUSS es in Deutschland einen Mindestlohn geben, der über den Hartz 4 Satz liegt!
Das würde uns Steuerzahler 50 Milliarden Euro Steuergelder sparen!

Gruss Pelle
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Riko » Sa 9. Jul 2011, 09:14

Hey Pelle, -super Beitrag!
"Dat hätte ich nich besser erzählen können..."

Extrabreit hat geschrieben:Wer mehr will, der sollte arbeiten und nicht lamentieren!


Wie denn? Wir haben rund 3.000.000 Arbeitssuchende und rund 400.000 offene Stellen.

Etwas einfache Mathematik? Es haut nicht hin, oder?
Wenn das Verhältnis anders herum wäre, hätte Dein Satz eine Berechtigung. So leider nicht!

Ich habe Leute in meinem Bekanntenkreis, hoch Qualifiziert, teilweise mit abgeschlossenen Studium, die würden mittlerweile wirklich jede Arbeit annehmen.

Sie bekommen nichts!
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Extrabreit » Sa 9. Jul 2011, 11:17

Natürlich besteht eine Diskrepanz zwischen offenen Stellen und Arbeitsuchenden, so habt ihr schon Recht, daß nicht jeder, der gern in Brot & Lohn wäre, es auch schafft eine Arbeitsstelle zu ergattern. - Mir geht es allerdings darum, daß ich die Kritik an H4 nicht teilen mag, wenn es darum geht, die H4-Sätze wären zu niedrig und menschenunwürdig.

Die von Euch angeführten Beispiele sehr schlecht bezahlter Arbeitnehmer zielen doch genau in meine Argumentationsrichtung. Diese Leute gehen einer geregelten Arbeit nach und liegen ganz nah dran, an den H4-Sätzen. Das ist für mich ein Unding!

Eine Familie, die mit magerem Einkommen ausgestattet ist, die muß die Kosten für eventuelle Nachhilfe ihrer Sprößlinge selbst schultern, genau wie die GEZ-Gebühren und anderes. Ein H4-Haushalt sagt einfach: "Zahlen!"

Neben den aufrichtig Arbeitsuchenden, die bis hin zu H4 abgerutscht sind, gibt es aber eine schlecht zu bestimmende Anzahl von H4-lern, die nie auf die Idee kämen, wieder in eine reguläre Arbeit zu kommen, nebenbei Schwarzgeld machen und sich einen Ast lachen, über die, die knechten gehen. Das ist es, was mich ärgert.
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Heinz_Rudolf » Sa 9. Jul 2011, 12:34

Ich denke nicht, dass der Grundsicherungssatz von 364 Euro im Monat, ein komfortabeles Leben ermöglicht. Man kann damit so gerade überleben. Aber an der Gesellschaft oder kulturellen Veranstaltungungen kann man wohl nicht teilnehmen. Eine soziale Isolation ist die Folge.

Extrabreit hat geschrieben: Diese Leute gehen einer geregelten Arbeit nach und liegen ganz nah dran, an den H4-Sätzen.

Nicht die Hartz 4 Sätze sind zu hoch, sondern die Löhne viel zu gering. (Siehe den Beitrag von Pelle)

Extrabreit hat geschrieben:nebenbei Schwarzgeld machen und sich einen Ast lachen, über die, die knechten gehen.

Jedes System hat seine Schmarotzer und Menschen die es ausnutzen!
Die gibt es in der Politik, in der Wirtschaft überall wo Geld zu machen ist. Fast täglich kommt in den Nachrichten, dass sich wieder ein Politiker oder ein Manager skrupellos die Taschen voll gestopft hat.
Würdest Du deshalb auch diese Gruppen pauschal so negativ beurteilen? Sind deshalb gleich alle Politiker und Wirtschaftsbosse Verbrecher?

Die Behörden schätzen, dass ca. 10% der Bezieher der Grundsicherung, dass System ausnutzen. Es bleiben also 90%, die oft völlig ohne eigene Schuld, -durch Fabrik Schließungen, Verlagerungen ins Ausland, Insolvenzen usw.- ihre Arbeit verloren haben, ihr komplettes Leben umstellen mussten, oft sogar Umziehen mussten und nun von den paar Euro leben müssen.

Die 364 Euro, von denen Du meinst, dass es zuviel ist....
Gruß Heinz
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Re: UN rügt deutsche Sozialpolitik scharf

Beitragvon Susi » Sa 9. Jul 2011, 16:52

Extrabreit hat geschrieben:die muß die Kosten für eventuelle Nachhilfe ihrer Sprößlinge selbst schultern,


Weisst Du eigentlich, dass Alleinerziehende Mütter die Kindergeld Erhöhung von 10 Euro, abgezogen bekommen?

Die Kosten für Nachhilfe werden nur übernommen, wenn das Klassenziel noch erreicht wird. Ist das nicht der Fall, bleibt die Mutter auf den Kosten sitzen.

Die Kostenübernahme für einen Sportverein, oder zusätzlichen Musikunterricht, betragen 20 Euro im Monat. Diese müssen begründet und schriftlich beantragt werden.
Für 20 Euro, bekommst Du keinerlei Musikunterricht.....

Lese Dir mal die Statistiken durch, wie viele Kinder von armen Familien eine höhere Schule besuchen, oder gar studieren gehen!
Da kann von Chancengleichheit wirklich nicht die Rede sein!
Gruss Susi
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