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Reparaturanleitung: Manschette Antriebswelle aussen erneuern

Eine Manschette der Antriebswelle zu wechseln, ist Alltag in jeder Autowerkstatt. Denn durch das "Walken" des Gummis bei jeder Umdrehung oder durch äußere Beschädigungen wird die Achsmanschette oft undicht, und das Fett tritt aus. An Fettspritzern auf dem Kotflügel ist eine defekte Achsmanschette daher meist gut zu erkennen. Grund: Bei eingeschlagener Lenkung und höherer Geschwindigkeit kann das Fett durch die beschädigte Manschette bis an den Kotflügel spritzen. Oft wird dieser Defekt allerdings erst bei der jährlichen Inspektion des Wagens festgestellt.

Durch die defekte Manschette können Folgeschäden entstehen, -das Gelenkfett wird ausgespült, Dreck und Sand dringt ein und wirkt wie Schmiergelpapier auf die Kugelgelenke. Das Gelenk wird dadurch zerstört. Lässt der Kunde den Schaden nicht reparieren, dokumentieren wir das im Werkstattalltag auf der Rechnung mit einem Textstempel von stempel-fabrik.de in roter auffälliger Farbe.

Beispielfahrzeug: Opel Astra F
Diese Reparaturanleitung gilt jedoch für fast alle Autos mit ähnlicher Konstruktion!


Realistische Arbeitszeit: 10AW = 1 bis 2 Stunden
-je nachdem wie fest der Kugelkopf im Achsschenkel und der Sprengring des Gelenks sitzt

Erforderliches Spezialwerkzeug: Spreizzange, Sprengringzange und ein Drehmomentschlüssel


Los gehts,
das Rad abbauen



Den Splint der Radnabenmutter entfernen und die Mutter lösen. Abb2

Die Schraube vom Kugelkopf des Traggelenks entsichern und abschrauben. Abb3
Gut zu sehen, die defekte Achsmanschette, Dreck und Sand tritt ein und zerstört das Gelenk.



Den Kugelkopf des Querlenkers mit einer Brechstange aus der Führung drücken. Oft ist Rostlöser und paar Hammerschläge hilfreich. Abb4



Ist das geglückt, die Antriebswelle aus der Radnabe ziehen.
Eventuell die Radnabenmutter wieder ein paar Gewindegänge auf schrauben und mit einigen Hammerschlägen nachhelfen.


Vorsicht: das Gelenk nicht mehr zu sehr abknicken, sonst fallen die Kugeln aus dem Gelenk!




Die Schellen entfernen und anschließend Manschette mit einem Seitenschneider aufschneiden und entfernen. Abb5


Mit einigen Putzlappen und Bremsenreiniger das Fett am Antriebswellengelenk entfernen, bis der Sprengring sichtbar ist. Abb6


Nun mit einer Sprengringzange den Ring ganz nach aussen drücken und gleichzeitig den Achsstumpf nach aussen ziehen.
Für Opel gibt es eine Spezialzange mit abgeflachten Enden dafür, die das etwas erleichtern.
Trotzdem kann das sehr mühselig werden bzw. -wie in diesem Fall- , ist es einfach nicht möglich das Gelenk zu entfernen. Wenn man beim ziehen des Gelenks, schon absolut kein kleines Spiel spürt, sitzt es fest auf der Antriebswelle.



Dann hilft nur noch den Sprengring mit einem guten Seitenschneider raus zu drehen. Dazu einen Winkel des Ringes durch kneifen und an der anderen Seite den Ring durch Hebeln vorsichtig raus ziehen. Abb7

Achtung: Nicht versehentlich die andere Seite auch durch kneifen!

Sonst hat man gelinde gesagt: die Arschkarte und bekommt das Gelenk überhaupt nicht mehr los.
Die letzte Möglichkeit wäre dann noch, eine Universalmanschette mit dem erforderlichen Spezialwerkzeug über zu ziehen.

Zusammenbau:
Zuerst die kleine neue Schelle, dann die Manschette und dann die grosse Schelle auf die Antriebswelle stecken.
Einen neuen Sicherungsring in das Antriebswellengelenk einsetzen. Abb8
Dann das Gelenk auf die Antriebswelle stecken und kontrollieren, ob der Sprengring richtig in die Nut eingerastet ist.
Das Gelenk gut fetten, dazu nach jeder Seite etwas einknicken, die Manschette aufziehen und die Schellen montieren.
Das Gelenk wieder in die Radnabe einführen, Unterlegscheibe aufstecken, Radnabenmutter ansetzen, den Kugelkopf vom Querlenker wieder einstecken, Radnabenmutter festziehen.
Die Traggelenkmutter wieder festziehen und sichern. Die Radnabenmutter auf Drehmoment nachziehen und versplinten.

Rad wieder drauf und auf Drehmoment nachziehen.


Fertig! Sieht doch sehr hübsch aus, oder?

Anzugsdrehmomente für den Drehmomentschlüssel :
Radnabenmutter: 240 Nm
Radschrauben: 120 Nm



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