Für uns Verbraucher
unterscheiden sie sich in erster Linie durch den
Preis. Markenwerkstätten langen teilweise hin, dass
einem schwindelig wird; Freie Fachwerkstätten
sind da erheblich billiger. Warum? Markenwerkstätten
müssen alle anfallenden Arbeit
ausführen, -selbst die nicht lukrativen- und brauchen auch
sämtliche Spezialwerkzeuge
und Testgeräte. Freie Werkstätten brauchen nur
lukrative Aufträge annehmen, für die sie
die erforderlichen Geräte besitzen und sparen so Ausgaben, die
sie an Kunden weitergeben
können. Ferner müssen Markenwerkstätten
happige Auflagen der Hersteller erfüllen
(Einheitliches Erscheinungsbild etc.), die manchen Händler bis
an den Ruin bringen. Aber
das ist eine andere traurige Geschichte...
Welche Autowerkstatt?
Grundsätzlich können heute alle Reparaturen in den Freien Werkstätten fachgerecht ausgeführt werden!
Die EU hat die Fahrzeughersteller gezwungen, genormte Schnittstellen zur Fehlercodeabfrage zu benutzen und alle technischen Daten die benötigt werden, heraus zu geben. Die Motortester und Auslesegeräte übertreffen teilweise sogar die Möglichkeiten der Herstellereigenen Geräte. Nur wenn ein Hersteller sich nicht an die geforderten Normen der Ausleseschnittstellen hält, ist der Gang zur Markenwerkstatt erforderlich.
In jedem Reparaturfall oder einer Inspektion, sollte zunächst eine Freie Meisterwerkstatt aufgesucht werden! Werkstatttests beweisen: In der Regel sind die Freien Meisterwerkstätten, erheblich Preisgünstiger bei meist sogar besserer Qualität.
Sollte eine Reparatur nicht in einer Freien Werkstatt ausgeführt werden können, z.B. weil spezielle Testgeräte oder Spezialwerkzeuge benötigt werden, wird der Meister es sagen OHNE dass Kosten entstehen!
Wie eine gute Werkstatt finden?
Am naheliegendsten ist natürlich im Bekanntenkreis zu fragen. Heute lassen sich jedoch gute Werkstätten, in örtlicher Umgebung, auch sehr gut im Internet recherchieren. Auf vielen Portalen werden Autowerkstätten von Kunden beurteilt. Meiden Sie in jedem Fall grosse Autowerkstattketten!!! Darüber habe ich einen Extra-Beitrag gemacht.
Bei der Auftragserteilung fängt guter Service an!
In grossen Autowerkstätten wird an jeder Ecke gespart. Bevorzugen Sie Autowerkstätten, wo der fachkundige Meister die Aufträge schreibt und nicht ein Lehrmädchen, dass gar nicht weiss wovon Sie reden, wenn Sie Ihr Problem schildern! Ein guter Telefonservice hat den Vorteil, dass man sein Anliegen schildern kann und anschliessend zurück gerufen wird. Super ist auch eine
Direktannahme. Dort wird das Fahrzeug im Beisein des Kunden bei der Auftragserteilung vom Meister inspiziert.
Markenersatzteile oder Ersatzteile aus dem Zubehör?
Bei einem Auto sind sind nur ca. 20-25% der Teile tatsächlich von dem
Fahrzeughersteller produziert. Meist sind das Karosserie und Motor.
Alle anderen Teile werden von Zulieferer gebaut. Der Fahrzeughersteller
setzt mehr zusammen als er Herstellt. Ein Beispiel: Die
originalen
Scheinwerfer eines Autos sind von He**er, das steht sogar auf den
Scheinwerfern drauf. Im Zubehör kostet der Scheinwerfer 180 Euro,
beim Fahrzeughersteller jedoch 250 Euro. Die Scheinwerfer sind absolut
identisch, sogar mit den gleichen Maschinen gefertigt. Warum sollte man
bei der Markenwerkstatt kaufen?
Qualitätsunterchiede bei Ersatzteilen
Bei Ersatzteilen die von mehreren Herstellern im Zubehörhandel angeboten werden, gibt es jedoch
Qualitätsunterschiede,
was sich auch im Preis niederschlägt.
Wer Preisanfragen bei Freien Autowerkstätten macht, sollte immer fragen, von welchem Hersteller die Ersatzteile sind, sonst ist ein Preisvergleich nicht möglich. Der Preisunterschied kann 50% und mehr betragen.
Ich habe z.B. negative Erfahrungen mit den billigsten Bremsklötzen (ca. 12 Euro) an einem Auto von mir gemacht. Der Bremsweg war selbst nach dem Einfahren, noch rund 25% bei hohen Geschwindigkeiten länger. Knochenhart die Dinger! Die Bremsklötze habe ich sofort wieder gegen Markenware getauscht.
Für gute Qualität muss auch im Zubehör mehr bezahlt werden. In meiner Autowerkstatt verbaue ich nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch das aller preiswerteste Material. Ein zufriedener Kunde ist mir wichtiger.
Autoersatzteile aus dem Internet
Finger weg von Ersatzteilen von Unbekannten aus dem Internet!
Ständig wird in den Medien berichtet, dass dort Nachbauten aus Fernost verkauft
werden, die nicht im Geringsten die hier geforderten Qualitätsanforderungen erfüllen und hier schon gar nicht für den Strassenverkehr zugelassen sind! Kaufen Sie nur bei absolut seriösen Händlern und lesen Sie die Beurteilungen.
Ein weiteres Problem ist der Umtausch. Was, wenn die im Internet bestellten Bremsscheiben einen Schlag haben und das Lenkrad wackelt beim Bremsen? Wieder Ausbauen, -die alten Bremsscheiben falls vorhanden- wieder einbauen und sich dann mit dem Onlineshop streiten, ob der Bringdienst den Schaden durch einen Sturz verursacht hat?
Autozubehör und Anbauteile für das Auto
Viele möchten ihr Fahrzeug individualisieren. Zumindest etwas soll es sich "von Fliessband Fahrzeugen" unterscheiden und der Zubehör bietet optisch und technisch fast unbegrenzte Möglichkeiten dafür an. So gibt es für Autos Tieferlegungssätze, Sportauspuffanlagen, Lederlenkräder, Spoiler, Beleuchtungsanlagen und vieles mehr.
Oft ist es auch Notwendig, praktisches Zubehör in Form von Anhängerkupplungen, Fahrradträger, Dachträger, Dachboxen usw. anzubringen. Sehr gut kann man in einem Onlineshop für Anhängerkupplungen günstig diverses Zubehör, auch von Markenherstellern erwerben.
Tipp: Wer einen Fahrradträger braucht, sollte bei einem Dachträger unbedingt bedenken, dass man jedes mal die Fahrräder rund 1,80 Meter hoch und runter stemmen muss, -ohne Lackkratzer! Das kann einem die Radtour schon vorher verleiden. Für Anhängerkupplungen gibt es schnell zu montierende Fahrradständer und das Fahrrad braucht nur noch ca. 50 cm zum Befestigen angehoben werden.
Manchmal ist es sehr sinnvoll, lieber gleich ein paar Euro mehr für eine Anhängerkupplung zu investieren. In diesem Fall würde sich das sogar finanziell rechnen, denn der viel geringere Luftwiderstand wenn die Räder hinter dem Auto montiert sind, erspart auch Kraftstoffkosten.
Zubehör und Anbauteile für das Motorrad
Für Motorräder nicht minder, die Möglichkeiten sind auch hier fast unbegrenzt, Auspuffanlagen, Beleuchtungseinrichtungen, Ständer, Verkleidungen usw. oft wird auch nicht Tiefergelegt sondern Höhergelegt um den Grip am Hinterrad zu steigern. Zusätzlich ist die Motorrad Bekleidung und Helme von grosser Bedeutung, da sie neben dem optischen Eindruck auch eine möglichst grosse Schutzwirkung beinhalten sollten. Wichtig: In der Regel bedürfen alle Änderungen am Fahrzeug eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) oder eine TÜV Abnahme!
Die An- oder Umbauten müssen für den deutschen Strassenverkehr zugelassen sein. Abgesehen von den Bussgeldern der Polizei erlischt der Versicherungsschutz! Kaufen Sie nichts ohne ABE oder TÜV Gutachten.
Wie jeder weiß, haben Werkstätten teilweise einen katastrophalen Kundendienst! Ersatzteile werden vergessen zu bestellen, Termine nicht eingehalten, unfreundlicher Service, man hängt 15 Minuten in der Warteschleife um den Meister ans Telefon zu bekommen, Aufträge nicht ganz erledigt usw. usw. Tipp:
Wenn Sie in die Auftragsannahme kommen und sehen, dass der Service-Berater mit panischen Augen 3 Kunden 1 Monteur und 2 Telefone gleichzeitig bedient, gehen Sie raus und wechseln Sie zu einer Autowerkstatt, wo man Zeit für Sie hat. Oft ist gerade die Auftragsannahme unterbesetzt, (da nicht produktiv) und der grosse Stress hat zur Folge, dass viel vergessen wird! Auch wenn noch die original Garantie auf dem Auto ist können sie ruhig in eine andere Markenwerkstatt wechseln, bei der Sie nicht das Auto gekauft haben!
Der Meister muss sich ausrechnen, wie viele Stunden er pro Monteur verkaufen kann. Zu berücksichtigen ist, dass die Jungs meist schneller als die Vorgabe-Zeiten sind, aber auch, dass bei einer Inspektion auch schon mal das eine oder andere dazu kommt. Ferner muss er noch die internen Gebrauchtwagen-Aufträge berücksichtigen, sowie liegen gebliebene Aufträge von gestern, Fahrzeuge vom Lackierer abholen usw..
Wenn jetzt auch noch die Kunden mit Kleinigkeiten oder Dringendes ohne Termin kommt, ist das Dilemma perfekt. Es ist keine leichte Aufgabe und schnell ist etwas vergessen. Entweder Aufträge werden nicht fertig, oder die Monteure stehen rum. Beides ist schlecht! Sollten in einer Werkstatt laufend die Termine platzen und die Reparatur ist nicht fertig, hat der Meister das nicht im Griff und / oder es ist sehr schlecht Organisiert. Es kann schon mal ein Termin platzen, aber laufend? Im Prinzip wird so auf Kosten der Kunden hier die Autowerkstatt voll gehalten! (Ich habe die Priorität immer auf Termineinhaltung gesetzt! Ein zufriedener Kunde ist wichtiger, als wenn die Jungs mal etwas herumstehen.)
Sie sollten -wenn es geht- grundsätzlich für eine Werkstattreparatur vorher einen Termin ausmachen. Dies erspart beiden Seiten Ärger und Zeit. Wissen sie, dass Sie für die Reparatur spezielle Teile brauchen werden, bestellen Sie die gleich mit! (Es gibt z.B. bis zu 25 verschiedene Zierleisten für ein und dasselbe Auto, ab Baujahr bis Baujahr mit zig verschiedenen Ausstattungen. Warum es so was geben muss, wissen
nur die Hersteller)
Wenn Sie an das Dilemma des Meisters denken, seien Sie also bei der Terminvorgabe etwas gnädig.
Für jede Arbeit in einer Markenwerkstatt, die durchgeführt wird, gibt es so genannte Richtzeiten. Das sind Vorgabezeiten für Reparaturen. Diese Zeitenbücher geben an, in welcher Zeit ein Monteur z.B eine Wasserpumpe zu erneuern hat und somit wie viele Stunden dem Kunden berechnet werden.
Dies hat den Vorteil, dass immer der gleiche Preis bezahlt wird, selbst wenn der Monteur Gestern gesoffen hat und heute die doppelte Richtzeit für die Arbeit braucht. Natürlich auch wenn er nur 1/4 der Zeit gebraucht hat. Diese Richtzeiten setzen jedoch einen "normalen Arbeitsablauf" voraus. Reissen Schrauben ab und müssen ausgebohrt werden oder tritt sonst etwas aussergewöhnliches auf, wird die dafür benötigte Zeit, auf die Richtzeit aufgeschlagen.
Verschiedene Autowerkstätten bezahlen ihre Monteure nach Leistung, d.H. der Monteur bekommt mehr Geld, wenn er bei der Arbeit schneller als die Richtzeit ist. Was sich im ersten Moment gut anhört, ist für den Kunden gar nicht so
toll, denn was mag der Monteur wohl alles bei einer Inspektion "vergessen", wenn er für die Zeitersparnis Geld
bekommt?
Erteilen Sie Reparaturaufträge immer schriftlich und lassen Sie sich eine Kopie geben!
Lassen Sie auf dem Auftrag die Grenze der Höhe der Reparaturkosten vermerken! Vereinbaren Sie, dass Sie angerufen und informiert werden BEVOR diese Grenze überschritten wird. Der Auftrag sollte so präzise wie möglich sein,
dass erfordert eine gute Fehlerdiagnose des Meisters, die man meist nicht machen kann, wenn man am Schreibtisch
sitzt und das Auto nicht mal gesehen hat! Nur wenn Sie dem Meister wirklich vertrauen, können Sie darauf verzichten.
Lassen Sie sich eine Rechnung geben und achten Sie darauf, dass dort
detailliert aufgeführt ist, (siehe Richtzeiten die einzeln aufgeführt werden müssen) welche Arbeiten verrichtet wurden und welche E-Teile dazu benötigt wurden. "Zündsystem instand gesetzt" reicht nicht! Was ist an dem Zündsystem repariert worden?
Sind Sie mit einer Rechnung nicht einverstanden, dann schreiben Sie "Nur unter Vorbehalt bezahlt" auf die Rechnung, und lassen Sie ihn am besten unterschreiben bzw. abstempeln. Somit erkennen Sie die Rechnung nicht an und halten sich alle Rechte offen!
Zahlen müssen Sie erstmal, sonst kann die Autowerkstatt Ihr Auto ein behalten.
Tragen Sie Reklamationen ruhig und sachlich vor. Es ist mit Rumschreierei keinem weiter geholfen. Wie unter Rechnung erklärt, zahlen Sie nur unter Vorbehalt. Geben Sie der Autowerkstatt die
Möglichkeit und die Zeit, um die Mängel zu beheben. Sie können NICHT einfach zu einer anderen Werkstatt gehen und
dort die Mängel beseitigen lassen! Der Werkstatt muss immer die Möglichkeit zur Nachbesserung gegeben werden.
Wenn keine Einigung erzielt wird, wenden Sie sich zunächst an die zuständige Handwerkskammer und nicht an den Rechtsanwalt. Dort gibt es eine Schiedsstelle, die extra für solche Fälle eingerichtet wurde und Ihnen kostenlos weiterhilft.
Da Werkstätten oft böse Briefe von Rechtsanwälten bekommen, jagt das keinem einen Schrecken ein.(ich kenne Autohäuser, die haben eine eigene Ablage für Rechtsanwaltsbriefe)
Probieren Sie zuerst die Schiedsstelle, die ist billiger und zieht besser. Keine Werkstatt legt sich gern mit der eigenen Handwerkskammer an.
Ob Sie es glauben oder nicht: in -wie ich schätze- 90% der Marken und Fachwerkstätten wird NICHT betrogen! (von
Kleinigkeiten mal abgesehen) Die meisten Autowerkstattketten sind davon ausgenommen!
Was Sie in Zeitungen darüber lesen sind wirklich Einzelfälle. Ich habe in meinem Leben bisher in 5 Marken und Fachwerkstätten gearbeitet und nur in einer wurde ich vom Chef angehalten, Ersatzteile und Arbeiten zu berechnen, die nicht gebraucht bzw. durchgeführt wurden. (Da ich das nicht wollte, ist mein Arbeitsverhältnis dort recht schnell im beidseitigen Einvernehmen beendet worden.) Dort wurden z.B. Karosserieteile als neu eingeschweißt berechnet, es ist aber lediglich ausgebeult worden. Oder es ist EINE Bremsscheibe erneuert worden, aber ZWEI wurden
berechnet. (Nicht nur Betrug, sondern auch GEFÄHRLICH!)
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