Autoreparaturen an Karosserie und Lack
Autoreparaturen und Reparaturanleitungen
Hier finden Sie allgemeine Reparaturtipps und aber auch detaillierte Reparaturanleitungen mit
Bildern. Die Einbauanleitungen bei denen ein Fahrzeug angegeben ist, gelten meistens für viele Fahrzeugmarken, da es oft die gleiche Konstruktion oder Bauart ist.
Auf dieser Seite:
Die komplette Übersicht aller Reparaturanleitungen hier
Allgemeines, Rost an der Auto Karosserie
In Sachen Rostschutz hat sich in der
Autobranche in den letzten Jahren etwas getan. Während man noch vor
rund 20 Jahren, ein 10 Jahre altes Auto, wegen diverser
Durchrostungen und Rostschäden praktisch weg schmeissen musste, ist
heute ein 20 Jahre altes Auto, ohne offensichtlichen Rostfrass
keine Seltenheit mehr.
Und das ohne besondere Behandlung oder Pflege.
Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. So stehen besonders die italienischen Hersteller in den Ruf, das Rostproblem bis heute nicht in den Griff bekommen zu haben.
Aber auch Opel hatte eine Phase -die letzten Kadett, ersten Astra und auch die grösseren Limousinen, faulten einem praktisch unter dem Gesäss weg.
In den Autowerkstätten brachte das schöne Einnahmen. Ich weiss nicht, wie viele Reparaturbleche ich angefertigt habe, wie viele Türschweller und Federteller an der Hinterachse ich eingebraten habe.
Tipps zur Behandlung von Rostschäden
- ohne spezielle Werkzeuge sind grössere Rostschäden meistens nicht Fachgerecht zu reparieren
- immer den gesamten Rost an den Blechen entfernen
- trotzdem versuchen die zu bearbeitende Roststelle, immer so klein wie möglich zu halten und nicht unnötig "gesundes" Material verletzen
- die zu behandelnde Stelle immer rundum abkleben, -dass schützt den Lack
- alle reparierten Roststellen müssen -mit Lack, Karosseriedichtmasse oder/und Unterbodenschutz versiegelt
- Achtung! Bei Schleifarbeiten oder Schweissarbeiten müssen unbedingt die Scheiben mit Decken o.ä. geschützt werden
Lackschäden oder Lackkratzer ausbessern
Lackkratzer ausbessern
Bei einem Lackschaden gilt das Gleiche wie bei Rostschäden:
Den Lackschaden nicht unnötig vergrössern!
Zuerst versuchen mit Lackreiniger und ordentlich Polieren den
Kratzer zu entfernen. Oft führt das schon zum Erfolg, denn viele
Kratzer sind nicht so tief, wie es den Anschein hat. Ein ganz
übel Aussehender Schrammschaden ist meist mit fleissigen Polieren
komplett zu entfernen. Nach dem Arbeiten mit dem Lackreinger,
sollte die Stelle gewachst werden.
Bei Kratzern die sich so nicht entfernen lassen, hilft nur
Ausbessern mit Lack. Den passenden Lack für das Auto gibt es beim
Markenhändler oder im Zubehör. Den Lackcode findet man auf dem
Typenschild des Fahrzeugs oder Aufkleber, manchmal auch im
Serviceheft.
Man kann den Lack als Lackstift (ist dickflüssig) oder Lackspray
(ist dünnflüssig) kaufen. Ich empfehle sofort eine Sprühdose zu
nehmen, denn damit kann man die Konsistenz (Viskosität) seinen
Wünschen am Besten anpassen.
Grundsätzlich muss der Untergrund bei Lackreparaturen absolut
sauber, Fett, Silikon und Staubfrei sein. Nitroverdünnung ist
hilfreich, unter Umständen muss ein Silikonentferner verwendet
werden.
Nach dem Schütteln der Spraydose eine kleine Pfütze in den Deckel
sprühen und schräg halten. Anschliessend mit einem spitzen
Gegenstand ab und zu umrühren, bis der Lack in dem Deckel die
gewünschte Konsistenz erreicht hat. Wenn möglich den Kratzer fein
mit Abklebeband abkleben.
Keine dicke Lackwurst auf einen Bruchteil eines Millimeters dicken
Kratzer ziehen! Das sieht nachher schlimmer aus als der Lackkratzer
war.
Für feine Kratzer nimmt man keinen Pinsel zum auftragen.
Zahnstocher haben sich bewährt, den Lack fein in die Ritze des
Kratzers einlaufen zu lassen. Immer wieder trocknen lassen und den
Vorgang wiederholen, bis der Kratzer aufgefüllt ist.
Anschliessend sollte der Lack über Nacht aushärten. Danach -falls
erforderlich- mit feinen Schleifpapier (600) nass, vorsichtig
Planschleifen. Auf jeden Fall die ausgebesserte Stelle mit Politur
und Wachs polieren.
Lackflächen lackieren
Zunächst wieder die Arbeitsfläche nur so gross wie unbedingt nötig
abkleben. Gesplitterten Lack mit einer Schleifmaschine oder mit
Schleifpapier entfernen und die Übergänge zu den intakten Lack
angleichen. Wieder ist feines 600 Nass - Schmirgelpapier zu
verwenden. Der Übergang sollte mindestens 4-5 mm breit sein und ist
gut zu sehen.
Sind trotzdem feine Unebenheiten vorhanden, können diese mit
Feinspachtel oder Füller aus der Spraydose und wiederholten
Nassschleifen beseitigt werden.
Jetzt die Klebebänder der Abgeklebten Arbeitsfläche entfernen und
etwas grösser zum Lackieren abkleben. Anschiessend die ganze
Umgebung Grossflächig mit Zeitungspapier abkleben. Man glaubt nicht
wie weit sich der Farbnebel verteilt und nieder schlägt!
Tipp:
Das Abklebeband nicht flach aufkleben, das gibt unschöne scharfe
Kanten zum intakten Lack. Das Klebeband in einem ca. 90° Winkel
knicken und so abkleben. Siehe Abb. Das macht die Kante
weicher und ist später einfacher anzugleichen!
Jetzt kann die Grundierung aufgesprüht werden. Wie immer bei
Spraydosen, erst irgendwo Probesprühen und testen ob die Düse nicht
"rotzt".
Wenn alles trocken ist kann der Lack aufgesprüht werden. Zunächst
nur "Annebeln" und jeweils antrocknen lassen. Anschliessend den
Lack gleichmässig aufsprühen. Gegen das Licht schauen, dann kann
man Nebelstellen gut erkennen.
Bei 2 Schicht Lack, den Farblack erst etwas antrocknen lassen
(nicht ganz trocknen lassen), dann den Klarlack auftragen. Bei
Läufern alles wieder abwischen und neu versuchen.
Bei kalter Witterung hat es sich bewährt, die Lacksprühdose auf der
Heizung etwas vor zu wärmen.
Wenn der Lack etwas angetrocknet ist, das Abklebeband entfernen und
den Lack richtig durchtrocknen lassen.
Zum Schluss die Übergänge zum alten Lack, durch Polieren oder Nassschleifen und Polieren, angleichen.
Durchrostung Mercedes Wagenheberaufnahme fachgerecht beseitigen
Nicht nur bei Mercedes Fahrzeugen rosten gern die Schweller an der Wagenheberaufnahme durch.
Je nach der Grösse der
Durchrostung, hilft manchmal nur ein Blech Teileinsatz am
Türschweller. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das selbst
Anfertigen des Reparaturbleches sehr zeitaufwendig ist, da das Loch
im Blech nach hinten versetzt ist. Oft ist es preiswerter, sich die
Reparaturbleche aus einem kompletten Schweller zu
schneiden.
Zunächst entfernt man vorsichtig den Rost um den Schaden sichtbar zu machen. Dafür keinen
Trennjäger oder Schleifmaschine benutzen, zum Einen ist das Loch der Wagenheberaufnahme nach hinten versetzt und man kommt mit einer festen Schleifscheibe sowieso nicht richtig dort hin, zum Anderen beschädigt man damit das noch intakte Blech.
Ich habe hier einen
Druckluftbetriebenen Drahtbürstenaufsatz benutzt. Dieser entfernt den Rost vollständig aber auch sehr schonend.
In diesem Fall ist das
Verschweissen der Durchrostungen möglich, was auch Grundsätzlich zu bevorzugen ist, -falls möglich. Abb.8
Jetzt werden die Rostlöcher
mit einem guten Schweissgerät Abb.1 verschweisst und die
Schweissnähte und Punkte vorsichtig glatt geschliffen.
Abb.9
Der Schweller muss nun abgeklebt werden, damit der Rostprimer auflackiert werden kann. Gut trocknen lassen.
Als weiteren Schutz dünn Karosseriedichtmasse auftragen und mit einem Pinsel glatt streichen. Wieder gut trocknen
lassen.
Tipp:
Etwas Wasser mit Geschirrspülmittel erleichtert
das Glattstreichen der
K.Dichtmasse
Jetzt wieder grosszügig Abkleben und Unterbodenschutz auftragen. Es sollte immer überlackierbares Unterbodenschutz verwendet werden. Abb.12
Wer es besonders schön machen möchte und die Kosten keine Rolle spielen, sollte den Türschweller
reinigen und auf den kompletten Schweller U-Schutz auftragen.
Nach dem Trocknen, mit dem speziellen Schweller Lackspray (Hersteller / Zubehör) sauber lackieren.
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